unfailing father

Eine vollgepackte O2 – Area. Veranstaltungsort der Hillsong Conference Europe 2016. Vielleicht 15.ooo Leute. Stehend, sitzend, springend singen Leute die Lieder der Hillsong Band. Ich bin mittendrin. Ich bin nicht jemand, der beim singen der Worship (Anbetungslieder) – Songs, die Hände hebt. Ich singe mit, ja. Ich bewege mich mit Rhytmus mit, ja. Ich lasse die Worte auf mich wirken und versuche zu verstehen, was sie mir sagen und mit mir zu tun haben. Schließe ab und an mal die Augen.

Die Hillsong-Band präsentiert gerade einen neuen Song, der auf dem neuen Album Let there be light zu hören sein wird. Plötzlich treffen mich die Worte eines Songs so heftig, wie es selten passiert.

Unfailing father. What compares to His great love.

Gefühlt, bin ich innerlich zusammengebrochen. Äußerlich habe ich gezuckt und bin einen Schritt zurückgewichen.

Ich habe an meinen Vater gedacht. Einen Vater, den ich nicht kannte. Den ich nicht nicht kenne. Wahrscheinlich nie kennenlernen werde. Failing father.

Kurz vor meinem 30. Geburtstag habe ich erfahren, dass ich adoptiert bin.

Mein Adoptivvater, mein Papa, erzählte mir, von dem Moment, wie er mich in den Händen hielt. Zum ersten Mal. Und ihn eine Liebe überkam für eine Person, die nicht seine war, aber die er durch unendliche Liebe zu seiner Person machte.

Unfailing father. What compares to His great love.

I love you, Pa!

Stuck in the middle. japp.

Mittwoch Abend. 20:15. Prime Time. Gerade habe ich auf iTunes „The Revenant“ entdeckt und natürlich gekauft. Der Film, der Leo, den ersten Oscar brachte. Der Film, der mit unter für „Beste Regie“ und „Beste Kamera“ nominiert war und gewann. Der Film, der nun auf mich wartet.

Beamer steht. Apple TV abgeschlossen. Play Button. Läuft bei mir…für etwa 20 Minuten.

Mein Hirn rattert und kommt nicht zur Ruhe. Seit dem Beginn dieses Blog und dem Auseinandersetzen mit mir, der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft am letzten Wochenende,…klingt irgendwie nach Ebenezer Scrooge aus der Weihnachtsgeschichte von Charles Dickens, fühle ich mich seit Montag abgekämpft. Mental abgekämpft und das schlägt auf die Physis.

Am Montag bin ich gegen 17 Uhr nach Hause gekommen und habe nach einem Snack erst mal bis 20:00 Uhr geschlafen. Der Abend ging dann mit Schreiben, Arbeiten und Telefonieren gegen 0:00 Uhr zu Ende. Normale Zeit für mich.

Gestern bin ich gegen 17:30 Uhr nach Hause gekommen. Haushalt, dies und das, Wäsche. Und danach? Ich lag gegen 21:30 Uhr im Bett und mir sind die Augen zu gefallen. Keine normale Zeit mich. Kurz vor dem einpennen haben meine Eltern angerufen und haben einen halb verschlafenen Eddi am Telefon gehabt. „Schläfst du etwa?“, „Nein!“, versuchte ich wach und im vollen Bewusst sein zu sagen. Gelang mir, glaube ich, nicht.

Heute fühle ich mich zum ersten Mal wieder fit. Ich habe heute wieder mal gesnaped und auch mehr im Büro erledigen können, wie die letzten Tage.

Auch wenn ich den Starbucks mit einem U-Turn verlassen habe, und mich fit und motiviert gefühlt habe, habe ich das Gaspedal nach einer Zeit nicht mehr durchgedrückt, sondern auf 110 km/h reduziert und den Tempomat eingeschaltet. Ja, der Delorean hat das!

Ich habe mir die Frage gestellt: „OK. Wie geht es jetzt weiter?“ „Wenn ich jetzt wieder Richtung Gegenwart fahre, wie geht es weiter, wenn ich angekommen bin?“

Es ist wieder Bruce Wayne, der mir einfällt. Der Bruce Wayne aus Batman Begins, der zurückkehrt von der „League of Assassins“ und den Mörder seiner Familie zur Strecke bringen will. Ein Tat, die zuerst aus Rache und Verzweiflung zu wachsen beginnt, und dann endet, als ihm einer zuvor kommt. Der Blick in seinen Augen und auf seine Körperhaltung zeigen, dass er sprachlos und orientierungslos ist. Wie ein Huhn ohne Kopf kommt es zu einem Streit mit seiner besten Freundin. Er gerät mit dem Gangsterboss der Stadt aneinander und merkt, dass er so, als Bruce Wayne, nicht weiter kommt.

„Stuck in the middle“; „Caught in the middle“; „Somewhere in between“.

Und hier treffen zwei seiner Welten aufeinander: Die Welt als kleiner Junge Bruce Wayne trifft auf den Bruce Wayne, den „Assassin“, dem Fast-Batman. Es ist eine Phase, in der er realisiert, dass er nicht wie sein Vater ist oder sein kann. Aber, dass er wie sein Vater sein muss, um die Stadt wieder auf die Grade Bahn zu bringen. Irgendwo dazwischen. Er erinnert sich an die Zeit im Schnee, an seine „Ausbildung“. Irgendwo dazwischen beginnt ein Prozess. Ein Prozess in der Gegenwart, aktuell ohne Ergebnis. Es werden Beziehungen geknüpft. Es werden Wege gefunden. Es wird experimentiert. Es gibt Rückschläge. Man geht zwei Schritte vorwärts und muss wieder einen zurück. So sehr „Stuck in the middle“ nach Stillstand aussieht, ist es eigentlich keiner, denn am Ende dieses Feststeckens, steht Batman hoch oben über der Stadt und wacht über sie. Bruce Wayne ist wie sein Vater geworden. Nur auf seine eigene Art und Weise. Authentisch.

Diesen „Schockmoment“, wenn man so will, gab es mir bei mir auch schon. Check!

Das orientierungslose Ruhmlaufen auch. Check!

„Stuck in the middle.“ Japp. Check!

Batman werden. Uncheck…

Deshi Basara – Rise.

Der Zwischenstop im Starbucks war wichtig. Bitter nötig. Ich musste mich nochmal hinsetzen und eine neue Perspektive auf mein vorhanden werfen.

Was ist passiert?

Das Zündlein an der Waage, war der Punkt, dass ich nicht wusste wohin ich fahren sollte. Die Stationen, wie ich es genannt habe, waren mir nicht bekannt. Und genau diese Unwissenheit war letztendlich des Rätsels Lösung.

Als ich damals, vor einigen Jahren, an meinem ähnlichen Punkt stand, musste ich genau wo ich ansetzen musste. (Darüber werde ich beispielhaft an anderer Stelle schreiben.) Ich konnte die Situation extrahieren und eine ähnliche Situation in der Vergangenheit finden. Es war mir dann ein leichtes diese Situation zu reflektieren, evtl. emotional nochmal zu durchleben, um dann die Verhaltensmuster für die Zukunft zu verändern.

In meiner Situation JETZT, konnte ich das nicht. Die folgenden Punkte aus dem ersten Beitrag stimmen zwar immer noch:

  • Ich gestehe mir ein, dass nicht alles rund läuft.
  • Ich versuche Fehlerquellen durch Selbstreflexion herauszuarbeiten.
  • Ich suche Gespräche mit Freunden und nehme die Hilfe durch Mentoren in Anspruch. Videos, Bücher und Onlinekurse können auch die rettende Hand sein.
  • Ich nutze die therapierende Wirkung durch das Schreiben und teile es mit meinem Umfeld.

…, aber die Vergangenheit hat damit aktuell nicht zu 100 % schuld dran. Es muss was anderes sein. Etwas in der Gegenwart. Im heute. Nicht im gestern.

Als ich so im Starbucks saß und nachdachte, ist mir die Szene aus The Dark Knight Rises in den Sinn gekommen, wo Bruce Wayne mehrmals versucht aus der Grube zu entkommen. Ihm wird ein Seil um die Hüpfte gebunden, damit er nicht auf dem Boden aufklatscht, wenn er runterfällt oder letztendlich den finalen Sprung nicht schafft. „Deshi, Deshi, Basara“rufen die Männer unten zu ihm hoch. Im Film wird es mit „Rise“ übersetzt. Das „Rise“und das Entkommen aus der Grube gelingt ihm erst dann, als er die Entscheidung trifft, ohne Seil den Aufstieg und den Sprung zu wagen. Das Seil hat ihn belastet. Ihn festgehalten. Ihn daran erinnert, wenn ich falle, bin ich gesichert. Trotz des Vorhabens die Grube zu verlassen, war das Seil immer noch ein Symbol der Befangenheit.

Bruce Wayne, der sich schon in Batman Begins mit der Vergangenheit beschäftigt hat, muss es nicht nochmal machen. Er weiß, warum er Batman werden musste. Ein Symbol für Gotham. In The Dark Knight Rises muss er nicht nochmal zum Batman werden. Er muss zu einem besseren Batman werden.

Ich glaube, wenn ich mich jetzt nochmals auf den Weg in die Vergangenheit gemacht hätte, hätte ich mir das Seil aus der Grube umgebunden. Die Versuche aus der Lage zu entwischen und aus der Vergangenheit heraus Lösungen zu finden, würden mich immer wieder zurück werfen. Durch das Ablegen des Seiles fühle ich mich jetzt freier und objektiver, sogar gestärkter für die Arbeit, die bevorsteht.

Die Spuren des U-Turns, den ich hingelegt habe, sind noch warm. Ich fahre also zurück.

Danke Starbucks und Danke für Freunde, die ich haben darf.

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Unterwegs. Aber wohin? 11/22/63?

Während ihr das jetzt lest, stehe ich nicht mehr an der Kreuzung, sondern habe ich mich für eine Richtung entschieden.

Die Flügeltüren 😉 sind geschlossen worden und ich mache mich auf den Weg in die Vergangenheit. Der Chris hat gestern unter dem Artikel etwas kluges geschrieben:

nach links und danach nach rechts. es hilft vergangenes aus anderen blickwinkeln zu beleuchten und dadurch auch was für die zukunft zu gewinnen.

Die ersten Minuten hatte ich wirklich ein gutes Gefühl und auch Spaß. Aber während ich jetzt so fahre, stelle ich mir die Frage: Wohin fahre ich eigentlich? Was sind die Stationen, die ich anfahren werde? Woher weiß ich, wie weit ich fahren muss?

In den meisten Zeitreise-Filmen wie Zurück in die Zukunft, 12 Monkeys, oder 11/22/63-Der Anschlag, haben die Protagonisten eines gemeinsam: Sie haben ein Ziel!

Marty McFly muss zum Beispiel im 2. Teil seinen Sohn vor einer Straftat abbringen. In 12 Monkeys muss James Cole den Wissenschafter/Urheber/Erfinder des Virus finden. Stephen King beschreibt in 11/22/63-Der Anschlag, die Zeitreise von Jake Epping, der beschließt in das Jahr 1963 zurückzureisen um den Anschlag auf JFK zu verhindern.

Ich habe bemerkt: Einfach so drauf los zu fahren macht keinen Sinn. Ich brauche Ziele, Stationen…und diese habe ich aktuell nicht.

Da kommt mir der Starbucks ja gerade gelegen: „Einen ‚grande“ Kaffee, bitte.“ „Zum mitnehmen?“ „Nein, ich trinke ihn hier. Eventuell brauche ich noch einen ‚refill‘.“

 

 

Die Ausgangsfrage. Zurück in die Zukunft?

Mir geht es gut. Ich bin nicht krank und auch nicht physisch labil. Und dennoch ich stehe an einer f***ing T-Kreuzung.

Die Ausgangssituation, die mich an diese Kreuzung gebracht hat und auch zu der letztendlichen Fragestellung ist diese:

  • Wenn es mir doch gut geht,
  • wenn ich doch schon weiß, dass einiges nicht rund gelaufen ist,
  • wenn doch gelernt habe, trotz meiner Vergangenheit, im Jetzt zu leben,

und jetzt kommt die Ausgangsfrage:

Wieso sollte ich mich dann überhaupt intensiv mit meiner Vergangenheit beschäftigen?

Ein Freund frug mich: „Hast du nicht bereits alle nötigen Erkenntnisse, um eine alternative und bessere Zukunft zu leben?“ Mein Antwort: „Ich weiß es nicht. Woher weiß ich denn, dass ich alle nötigen Erkenntnisse habe?“

Ich weiß, dass in der Vergangenheit der Schlüssel für die Zukunft liegt. Doch die Gefahr „Zurück in die Zukunft“ zu reisen, ist doch die gleiche wie im besagten Film: Durch Änderungen in der Vergangenheit ändert sich die Zukunft, positiv oder auch negativ.

Natürlich habe ich keinen Delorean mit Flügentüren und Fluxkompensator. Ich kann also nicht in die Vergangenheit reisen, diese ändern, um dann eine bessere Zukunft zu haben.

Was ich aber machen kann ist, dass ich mit meinem Denken in die Vergangenheit zu einzelnen Stationen reise und diese aus einer anderen Perspektive anschaue. Eine Perspektive, die ich damals nicht hatte, weil mir das heutige Wissen und die heutige Lebenserfahrung gefehlt hat.

Doch verliere ich nicht Zeit und den Blick auf die Realität im Hier und Jetzt, weil ich mich in der Reflexion der Vergangenheit befinde? „Liegt nicht eine gewisse Gefahr in der Vergangenheitsbewältigung? Könnte es nicht passieren, dass die Vergangenheitsbewältigung, die Gegenwart wird und so die Zukunft bestimmt? Hätte die Vergangenheit dann nicht gewonnen?“ hinterfragt der Yedi seinen Padawan.

Tja. Und da sind wir wieder an der Kreuzung. Gehe ich nun nach links in die Richtung, wo der Delorean schon auf mich mit laufendem Motor wartet? Oder gehe ich nach rechts und gestaltete meine Zukunft mit dem Wissen, dass „nicht alles Gold ist was glänzt.“?

Da stehe ich nun…

Batman Begins. Eddi, too

Dieser Blog dient in erster Linie nur mir. Ich glaube, dass im Schreiben eine therapierende Wirkung liegt.

a) Man kann die Vergangenheit aufarbeiten. Was ich tun werde, und auch muss.

b) Man kann seine Zukunft gestalten. Was ich ebenfalls tun werde, und auch muss.

Das Bild in diesem Beitrag ist aus Batman Begins. Es ist die Szene, in der, der junge Bruce in den Brunnen fällt, und ihm dann die Fledermäuse entgegen fliegen. Sein Vater holt ihn aus dem Brunnen heraus und sagt sinngemäß:

Warum fallen wir, Bruce? Damit wir lernen wieder selbstständig auszustehen!

Ich habe mich manchmal genauso gefühlt wie der junge Bruce Wayne. Während meiner Suche nach Sinn, Visionen, Orientierung und Zielen bin ich in ein Loch gefallen und kam hier nicht mehr raus. Umzingelt von meinen schlimmsten Albträumen hockte ich da und sah den Fledermäusen nach, die mir die Sicht auf den Horizont verdunkelten. In dieser Situation finde ich mich heute auch noch wieder.

Doch durch Mentoren, die Freunde wurden, und durch Nadia, weiß ich jetzt, dass ich in diesem Loch nicht bleiben muss, sondern meines Glückes eigener Schmied bin. I’m Batman, wenn man so will. Dieses Wissen ist zwar in meinem Kopf vorhanden, aber es ist noch nicht soweit durchgedrungen, dass ich es mit meiner kompletten Persönlichkeit verstanden, geschweige denn, umgesetzt habe.

Noch bin ich auf dem Weg. Ich bin nicht abseits, oder liege noch in dem Loch. Ich BIN auf dem Weg. Und genau das ist für mich jetzt, Stand: heute, das Wichtigste. Das Titelbild von meinem Blog habe ich gezielt ausgewählt. Es zeigt nämlich visuell meine aktuelle Situation. Nadia hat das Bild in Santorini geschossen. Sie hat einfach ihre Sonnenbrille vor die Linse gehalten und somit den Fokus auf den Sonnenuntergang dahinter  gelegt.

In meine Situation gesprochen: Meine Brille sitzt. Meine Fokussierung auch. Ich sehe was vor mir liegt und bewege mich jetzt dort hin. Wie?

  • Ich gestehe mir ein, dass nicht alles rund läuft.
  • Ich versuche Fehlerquellen durch Selbstreflexion herauszuarbeiten.
  • Ich suche Gespräche mit Freunden und nehme die Hilfe durch Mentoren in Anspruch. Videos, Bücher und Onlinekurse können auch die rettende Hand sein.
  • Ich nutze die therapierende Wirkung durch das Schreiben und teile es mit meinem Umfeld.

Frage: Warum bist du gefallen, Eddy? Antwort: Damit ich lerne wieder aufzustehen.

Dieser Blog ist in erster Linie nur für mich. Aber ich lasse euch teilhaben. Kommentare, Gedankengänge, Meinungen sind ausdrücklich erlaubt, wenn diese mir auf meinem Weg weiterhelfen.